Brandgefahr: Christbaum

Kerzen und Sternspritzer sorgen zwar für besinnliche Stimmung am Christbaum, bergen jedoch ein hohes Risiko - wie die Demonstration der Berufsfeuerwehr Innsbruck zeigte

Weihnachten steht vor der Tür - und in vielen Wohnzimmern wird in den kommenden Tagen der Christbaum aufgestellt und feierlich geschmückt. Viele möchten dabei nicht auf Wachskerzen und Sternspritzer (Wunderkerzen) verzichten, da sie am Hl. Abend weihnachtliche Stimmung verbreiten und Emotionen erzeugen.

Dass jegliches Feuer am Christbaum jedoch binnen Sekunden einen Brand auslösen kann, zeigte die Demonstration der Berufsfeuerwehr Innsbruck. Über mehrere Wochen zimmerte das Team um HBM Martin Walch in den Werkstätten der Berufsfeuerwehr die Attrappe zusammen und richtete diese mit gewöhnlichem Mobilar ein, wie es in Wohnzimmern üblich ist. Ein festlich geschmückter Christbaum mit Kerzen und Sternspritzern darf dabei natürlich nicht fehlen.

Im Recyclingcenter Ahrental konnte die Simulation in sicherer Umgebung stattfinden - die unscheinbaren Kerzen und Sternspritzer am Christbaum entzünden den Baum innerhalb von Sekunden und nach einer Minute qualmt schwarzer Rauch aus dem Wohnzimmer. Das Feuer breitet sich rasch weiter aus, es entstehen giftige Rauchgase und durch die Strahlungswärme der Rauchgasschicht entzünden sich auch andere Gegenstände im Raum, wie z.B. ein gegenüber platzierter Sessel.

"Ein Zimmerbrand entwickelt rasch Temperaturen zwischen 600-800°C", so der für den vorbeugenden Brandschutz zuständige Referatsleiter und Branddirektor-Stellvertreter Ing. Johann Zimmermann. Aber auch die Rauchgase sind bereits bei einem kleinen Brand lebensgefährlich! Leider passieren immer wieder Christbaumbrände aufgrund leichtsinnigem Umgang mit der Gefahr.

Branddirektor Mag. Helmut Hager erläutert den folgenden Löscheinsatz, wie er bei der Demonstration durchgeführt wurde: "Die Feuerwehrmitglieder sind entsprechend mit Schutzkleidung, schwerem Atemschutz und Strahlrohr ausgerüstet, um in den Brandraum vorzudringen und die Brandbekämpfung durchzuführen. Ohne diese Schutzausrüstung herrscht absolute Lebensgefahr!"

Möchte man daher nicht auf Kerzen bzw. Sternspritzer verzichten, empfiehlt es sich, unbedingt Löschmittel griffbereit im Raum bereit zu halten (Feuerlöscher, Löschdecke, Wassereimer) und auch auf die Montage eines Rauchwarnmelders im Raum achten! Kerzen am Christbaum müssen sorgfältig platziert werden, um ausreichend Abstand zu Zweigen, Christbaumschmuck, Möbeln, Vorhängen, etc. zu halten. Brennende Kerzen dürfen zudem nie unbeaufsichtigt sein! Gerade auch bei Kindern oder Tieren im Raum ist besonders Acht zu geben!

Vizebürgermeister Mag. Johannes Anzengruber informiert, dass "es bereits eine große Auswahl an LED-Lichtern in Kerzenform gibt, die wie echte Kerzen flackern und dadurch Wachskerzen im Idealfall ersetzen." Auch auf Sternspritzer sollte verzichtet werden und stattdessen der Baum mit z.B. einer Lichterkette beleuchtet werden. verzichtet und stattdessen der Baum mit einer Lichterkette beleuchtet. Speziell nach Weihnachten, wenn die Christbäume bereits trocken sind oder Kerzen weit nach unten gebrannt sind, steigt die Gefahr nochmals!

Im Notfall sollen eigene Löschversuche nur dann durchgeführt werden, sofern man sich dabei nicht selbst in Gefahr begibt - gelingt das nicht, schnellstmöglich den Notruf 122 wählen und die Feuerwehr alarmieren. Alle Personen müssen sofort aus dem Raum gebracht werden - dabei nicht auf das Schließen der Türe nach Verlassen des Raumes vergessen! Anschließend in sicherer Umgebung auf das Eintreffen der Feuerwehr warten und diese einweisen, dass die Einsatzkräfte schnellstmöglich zum Brand vordringen können.

Bilder & Video: LFV/Wegscheider und BFV Kufstein (Drohnenvideos)