Unwetterkatastrophe im Oberland

Weite Teile des Oberlands sowie des Stubaitales wurden in den vergangenen beiden Tagen von schweren Unwettern in Mitleidenschaft gezogen.

Besonders groß sind die Schäden derzeit im Sellraintal, wo auch Landes-Feuerwehrinspektor DI Alfons Gruber betroffen ist. "Die Zufahrt ist derzeit nur über Kühtai möglich – wir bemühen uns derzeit, die Straßen freizubekommen, um schweres Gerät herbeischaffen zu können. Der Ortskern ist vermurt, es mussten auch Personen evakuiert werden. Die Lage ist derzeit noch kritisch!"

Unwetter Sellrain

Zwischenbilanz der Unwetter

Landes-Feuerwehrkommandat LBD Ing. Peter Hölzl zog vor Kurzem eine erste, vorläufige Bilanz der Ereignisse vom 6. bis 8. Juni. In diesem Zeitraum waren insgesamt ca. 700 Einsätze mit  rund 2.500 Einsatzkräften zu verzeichnen. Die am stärksten betroffenen Bezirke sind Innsbruck-Land, Innsbruck und Landeck. Besonders schwer in Mitleidenschaft gezogen wurden in die Ortschaften Sellrain (Zivilschutzalarm), Inzing, Polling, Hatting sowie das Paznauntal mit Schwerpunkt See i.P.

Generell gibt es in den genannten Gebieten starke Vermurungen von Straßen und Wohnobjekten. Teilweise sind – so wie im Sellraintal – auch die Zufahrtsstraßen vermurt, sodass auch Hilfskräfte nicht zu den Einsatzorten vordringen können. Notwendige Evakuierungen wurden vorgenommen, die Personen werden in Feuerwehrhäusern, Gasthäusern und auch in Privatquartieren betreut.

Die Rückhaltebecken sind mit Treibholz, Geröll und Schlamm überfüllt. Feuerwehrseitig sind zwei Großpumpen in Polling mit Unterstützung von Feuerwehren aus dem ganzen Bezirk im Einsatz. Für den Bezirk Landeck wurden die KAT-Züge Landeck und Imst mobilisiert. Die Bezirkszentralen Innsbruck-Land und Landeck sind besetzt.

Bericht: Manfred Hassl, LFV-Tirol; Bild: zeitungsfoto.at