Eine Drehleiter, die alle Stücke spielt

31 Jahre hatte die Drehleiter (DLK 18) der Freiwilligen Feuerwehr Kirchdorf in Tirol bei unzähligen Einsätzen und Übungen ihren Dienst geleistet. Dieses Fahrzeug wurde gegen eine DLK 23/12 M32L-AS aus dem Hause Magirus ersetzt. 

Beim neuen Fahrzeug handelt es sich um einen Iveco Magirus Eurocargo 160 E 30 4x2 mit automatisiertem Schaltgetriebe und 320 PS sowie mit einer von der Firma Magirus aufgebauten Drehleiter aus der Baureihe M32L-AS.

Dieses System bietet den Einsatzkräften einen leichteren Zugang zu Fenstern, Dachgauben und Fassadenvorsprüngen. Ebenso wird die Personenrettung mit dem neuen Rettungskorb um ein Vielfaches erleichtert. Die maximale Abstützbreite bei der Drehleiter beträgt 5,20 m, die mind. Abstützbreite 2,40 m.

Die neue Drehleiter ist mit einem vierteiligen Leiterpark aufgebaut, welche über einen bis zu 75° abwinkelbaren und 4,7m langen Genlenkteil verfügt. Dadurch wird ein Einsatz im Unterflurbereich bis zu -17° ermöglicht. Die Rettungshöhe beträgt 32 m. Durch den automatischen kann die Drehleiter bis zu einer Neigung von -10°, das entspricht 22%, betrieben werden.

Größerer Rettungskorb 

War es bei der bisher verwendeten DLK 18 nur ein 2-Mann-Rettungskorb mit einer Zuladung von maximal 180 kg, so ist es bei der neuen Drehleiter bereits ein 5-Mann -Rettungskorb mit einer maximalen Zuladung von 500 kg. Damit können erstmals bis zu 5 Personen gleichzeitig im Rettungskorb befördert werden. Zudem ist es möglich, den Korb vor dem Fahrerhaus abzusetzen, dadurch ist der Platz zum Ein- und Ausstieg aus dem Korb deutlich verringert und das Arbeiten im Korb erleichtert. Im obersten Leiterteil ist die Wasserführung für den Monitor fix verlegt. Dieser ist fix in der Korbfront integriert, leistet 2500l/min und kann vom Hauptbedienstand ferngesteuert werden. Im Korb befindet sich eine Selbstschutz Sprühanlage sowie ein C Abgang.

Erste Drehleiter mit Korbplattform

Neu ist eine im Korbboden integrierte elektrisch stufenlos ausfahrbare Korbplattform mit einer Nutzlast von max. 150 kg. Sie kann als Arbeitsplattform genutzt werden oder zur Erleichterung des Überstiegs aus dem Korb oder in den Korb. Eine Fallsicherung wurde im Korbleitersatz zur zusätzlichen Sicherung eingebaut. Für die Krankentragenlagerung kann die linke oder rechte Multifunktionssäule genutzt werden, dadurch flexibel im Einsatz. Mit der Schwerlastaufnahme wird ermöglicht, Patienten mit 270 kg im Rettungskorb zu befördern. Der Magirus-Safety Peak, ist ein Aufsteckbügel. Dieser dient als Anschlagpunkt bei der Personenrettung und Absturzsicherung von bis zu 2 Personen. Dadurch kann man noch bequem und noch sicherer vom Korb ausarbeiten. Am Rettungskorb können über die beiden Multifunktionssäulen zusätzliche Scheinwerfer sowie ein Überdruckbelüfter in den Einsatz gebracht werden. Farbkameras im Gelenkteil sowie am Korb erleichtern die Bedienung für den Drehleitermaschinisten.

Übrigens: Wer die neue Drehleiter selbst sehen will: Die Einweihung findet im Rahmen eines Feuerwehrfests am 25. und 26. Mai statt.

Bericht und Fotos: FF Kirchdorf