Unterstützung für Feuerwehren in Kroatien und Bosnien

Derzeit sind in der Landes-Feuerwehrschule in Telfs 21 Feuerwehrkommandanten aus Kroatien, Bosnien und dem Kosovo zu Gast. Sie absolvieren eine fünftägige Feuerwehrausbildung für Führungskräfte. Das Land Tirol führt seit sieben Jahren unter anderem Wiederaufbauprojekte für die Feuerwehren in diesen Staaten durch. Durch eine räumlich begrenzte und mehrjährige Hilfe, bestehend aus fachlicher Beratung, der Teilnahme an Ausbildungen in Tirol sowie der Bereitstellung von  Ausrüstung und Fahrzeugen, sollen starke Strukturen für die Hilfe vor Ort sichergestellt werden.

Die Umsetzung dieser Projekte obliegt LHStv. Sicherheitsreferent Josef Geisler, Landes-Feuerwehrkommandant LBD Ing. Peter Hölzl und Landes-Feuerwehrinspektor DI Alfons Gruber. Für die Koordination sowie die Kontrolle vor Ort ist Peter Logar zuständig, der dieses Amt seit seiner Pensionierung ehrenamtlich ausübt. Die fachliche Begleitung wird von Landes-Branddirektor a.D. Klaus Erler sichergestellt, der das Projekt zusammen mit dem damaligen LHStv. Anton Steixner initiiert hat.

Nach den Kriegswirren im ehemaligen Jugoslawien hat sich das Land Tirol in Zusammenarbeit mit dem Landes-Feuerwehrverband Tirol entschlossen, Aufbauarbeit in einer von 21 Regionen (Gespannschaften) zu leisten. Vor fünf Jahren begann die Unterstützung der Gespannschaft Pozega-Slawonien.

„Die Aufbauarbeit mit den 55 regionalen Feuerwehren läuft sehr gut und es sind echte Fortschritte sichtbar“, erklärt LFK LBD Ing. Peter Hölzl. „Auch im vergangenen Jahr und heuer konnten bei mehrmaligem Hochwasser zahlreiche Hilfeleistungen mit Ausrüstung und Fahrzeugen aus Tirol sichergestellt werden.“ Im heurigen Jahr wurde die Unterstützung auf die Gespannschaft Vukovar-Srijem ausgeweitet.

Seit Beginn dieser Hilfsaktion wurden mehr als 60 Fahrzeuge an die Feuerwehren in diesen Regionen ausgeliefert. Am Donnerstag wurden im Zuge der Ausbildung der 21 Kommandanten zwei Fahrzeuge der Feuerwehren aus Ötz und Münster, eine Tragkraftspritze sowie ein hydraulischer Rettungssatz übergeben. Als Vertreter des Landes Tirol wohnte Landtags-Vizepräsident Anton Mattle dem Festakt bei.

Zusatzinfo zur Fahrzeugbereitstellung

Fahrzeuge, die von ausgesuchten Tiroler Feuerwehren aufgrund ihres Alters außer Dienst gestellt wurden, werden Einsatzkräften in den erwähnten Regionen zur Verfügung gestellt. Die Zweckmäßigkeit wird im Vorfeld vor Ort überprüft. Kontrolliert wird auch der Erhaltungszustand der Fahrzeuge. Nach Bekanntgabe der Bereitstellung eines Fahrzeuges wird eine Empfängerfeuerwehr ausgewählt. Sobald das auszutauschende Fahrzeug in Tirol zur Verfügung steht, kommen Feuerwehrmänner aus den Zielländern in die Landes-Feuerwehrschule Telfs. Die Übergabe erfolgt im Rahmen einer kleinen Feier in Anwesenheit der politischen Vertreter, des Landes-Feuerwehrkommandos, der Projektinitiatoren sowie der Kommandanten jener Tiroler Feuerwehren, die die Fahrzeuge zur Verfügung stellen. Im Anschluss werden die Fahrzeuge mit Überstellungskennzeichen von den neuen Benützern in ihre Heimatländer „mitgenommen“.