Unwetter über Tirol

Eine heftige Gewitterfront zog gestern über Tirol. Aus den Bezirken Imst, Innsbruck-Land, Schwaz, Kufstein, Kitzbühel und der Stadt Innsbruck wurden Unwetterschäden bei der Leitstelle Tirol gemeldet.

Hotspots in Innsbruck-Land und Kitzbühel

Im Tiroler Oberland wurde durch das Gewitter die Hahntennjochstraße leicht vermurt und musste für den Verkehr gesperrt werden. Kleinere Wasserschäden gab es aber auch hier für die Einsatzkräfte abzuarbeiten. Auch die Landeshauptstadt wurde von größeren Schäden und Überschwemmungen verschont. Ein Hotspot im Tiroler Unterland waren die Gemeinden Absam, Hall und Mils, wo der gesamte Feuerwehr-Abschnitt Hall mit Unterstützung aus dem Abschnitt Wattens im Einsatz stand - zahlreiche Keller und Tiefgaragen wurden teils bis zu einem Meter von den Wassermassen geflutet und auch das Kanalnetz war derart überlastet, dass Kanaldeckel teils aus ihrer Fassung ausgehoben wurden.

Über Schwaz hielt sich der Niederschlag wiederum in Grenzen und sorgte auch hier nur für geringe Schäden, bis dann im Bezirk Kitzbühel wiederum ein weiterer heftiger Niederschlag im Bereich Kirchdorf / Kirchberg niederging. Auch hier wiederum ein Bild der Verwüstung: Zahlreiche Keller, Tiefgaragen und Garagen standen unter Wasser und ein Erdrutsch im Bereich Bicheln riss eine hölzerne Fußgängerbrücke vollständig weg. Auch hier waren zahlreiche Feuerwehren des Abschnittes im Einsatz und auch umliegende Feuerwehren wurden zur Nachbarschaftshilfe alarmiert. Um den Überblick über die zahlreichen Alarmierungen zu bewahren wurde im Bezirk Kitzbühel auch die Bezirkszentrale hochgefahren und unterstützte so die Einsatzleitung bei der Abarbeitung der Schäden und Einteilung der Einsatzkräfte.

Schnelle Hilfeleistung und Zusammenarbeit Hand in Hand

Die zunehmende Anzahl an Sturm- und Gewitterereignissen hat in den letzten Jahren dazu geführt, dass die Feuerwehren teils im Minutenabstand zu Unwetterschäden auf lokal begrenzte Gebiete alarmiert werden. Daher haben die Tiroler Feuerwehren in den vergangenen Jahren ihre Ausrüstung für die Abwehr und Hilfeleistung bei Unwetterschäden stetig ausgebaut und Schmutzwasserpumpen, Nasssauger, Gewässersperren und Wasserbarrieren angeschafft. Seitens des Landes-Feuerwehrverbandes und des Katastrophenschutz Tirol wurden für große Überflutungen auch Großpumpen angeschafft und bei Stützpunktfeuerwehren in ganz Tirol verteilt, welche jedoch gestern nicht zum Einsatz kommen mussten. Da Gewitter wie gestern meist lokal begrenzt sind, werden oft Nachbarfeuerwehren aus Ortschaften, die von den Niederschlagsmassen verschont blieben, zur Unterstützung angefordert. Dass diese Zusammenarbeit zwischen den Feuerwehren, aber auch mit Exekutive, Wildbach- und Lawinenverbauung, Energieversorgern, Straßenerhaltern, weiteren Blaulichtorganisationen und den Verwaltungsbehörden auf allen Ebenen bestens funktioniert, zeigte die Einsatzbewältigung gestern: In den späten Abendstunden waren alle Schadensereignisse soweit abgearbeitet und nur mehr kleinere Nacharbeiten notwendig.

Statistik

  • 22 Feuerwehren mit ca. 350 Feuerwehr-Einsatzkräften
  • 128 Schadensereignisse

Bilder: FF Absam, FF Mils, FF Hall, FF Kirchberg, FF Kirchdorf